Psychosen und Schizophrenie: Verständliche Einblicke in Ursachen, Entstehung und Merkmale

Veröffentlicht am: 14. Januar 2024

Psychosen und Schizophrenie: Verständliche Einblicke in Ursachen, Entstehung und Merkmale

In der Welt der psychischen Gesundheit sind Begriffe wie Psychosen und Schizophrenie oft von Missverständnissen und Stigmatisierung umgeben. Dieser Blogbeitrag soll einen einführenden Einblick in diese komplexen Themen bieten – verständlich für Laien, ohne den wissenschaftlichen Fokus zu vernachlässigen. Zudem möchte ich auf die informative Videoreihe von Prof. Dr. Lambert hinweisen, die sich tiefgehend mit dem Thema Psychose auseinandersetzt.

 

Was sind Psychosen und Schizophrenie?

 

Psychosen sind ernste mentale Zustände, bei denen das Denken, Fühlen und Wahrnehmen beeinträchtigt ist. Schizophrenie ist eine spezifische Form der Psychose, die durch charakteristische Symptome gekennzeichnet ist, aber Psychosen können auch durch andere Bedingungen verursacht werden.

Ursachen und Entstehung:

Die genauen Ursachen von Psychosen und Schizophrenie sind komplex und oft noch nicht vollständig verstanden. Genetische, neurobiologische, psychologische und Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Stress, Trauma und genetische Veranlagung können das Risiko erhöhen.

  • Merkmale von Psychosen:Halluzinationen: Betroffene können Dinge sehen, hören oder fühlen, die für andere nicht vorhanden sind.
  • Wahnvorstellungen: Irreale Überzeugungen, die trotz gegenteiliger Beweise aufrechterhalten werden.
  • Desorganisiertes Denken: Schwierigkeiten, klare Gedanken zu formulieren oder logisch zu folgern.
  • Bewegungsstörungen: Unregelmäßige Körperbewegungen können auftreten.
  • Negativsymptome: Verminderte emotionale Ausdrücke, geringer Antrieb oder sozialer Rückzug.

Verweis auf die Videoreihe von Prof. Dr. Lambert – Psychose-Wissen:

Für einen tieferen Einblick in das komplexe Thema empfehle ich die Videoreihe „Psychose-Wissen“ von Prof. Dr. Lambert. Diese Reihe bietet verständliche Erklärungen zu verschiedenen Aspekten von Psychosen, unterstützt durch fundierte wissenschaftliche Informationen. Sie dient nicht nur der Aufklärung, sondern auch der Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen.

Hier ist der Link zur Videoreihe: Psychose-Wissen mit Prof. Dr. Lambert https://www.janssenwithme.de/de-de/psychose/

 

    Therapieansätze für Psychosen und Schizophrenie:

    • Medikamentöse Therapie: Antipsychotika werden häufig zur Behandlung von Psychosen und Schizophrenie eingesetzt. Sie können helfen, Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu stabilisieren. Die Auswahl des Medikaments und die Dosierung werden individuell auf den Patienten abgestimmt.
    • Psychotherapie: Verschiedene Formen der Psychotherapie können unterstützend wirken. Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) kann helfen, negative Denkmuster zu identifizieren und zu verändern. Soziale Fertigkeitstraining kann die Interaktion mit anderen verbessern.
    • Familieninterventionen: Einbeziehung der Familie in den Therapieprozess kann hilfreich sein. Familieninterventionen fördern das Verständnis für die Erkrankung, verbessern die Kommunikation und unterstützen die Familie dabei, den Betroffenen besser zu unterstützen.
    • Rehabilitationsprogramme: Diese Programme zielen darauf ab, die alltäglichen Fähigkeiten und die Lebensqualität von Menschen mit Psychosen oder Schizophrenie zu verbessern. Dazu gehören berufliche Rehabilitation, Training sozialer Fertigkeiten und Unterstützung bei der Lebensbewältigung.
    • Elektrokonvulsionstherapie (EKT): In schweren Fällen kann die EKT in Betracht gezogen werden. Sie wird vor allem bei schweren Depressionen eingesetzt, die auf andere Therapien nicht ansprechen.

    Hilfe zur Selbsthilfe

    Selbsthilfe spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung der psychischen Gesundheit. Hier sind einige Schritte, die Ihnen helfen können, sich selbst zu unterstützen:

    • Es ist wichtig, sich gut zu informieren, um ein besseres Verständnis für Ihre psychische Gesundheit zu entwickeln. Regelmäßige Selbstreflexion und das Führen eines Tagebuchs können dabei helfen, Muster zu erkennen und den eigenen Fortschritt zu verfolgen.
    • Akzeptieren Sie sich selbst und Ihre Situation. Dieser Schritt ermöglicht es Ihnen, Veränderungen anzunehmen. Teilen Sie Ihre Gedanken vertrauten Personen mit, sei es Freunden oder Familienmitgliedern. Manchmal kann allein das Sprechen über Herausforderungen entlastend wirken.
    • Suchen Sie bei Bedarf frühzeitig professionelle Unterstützung von Psychologen, Psychiatern oder Beratungsstellen. Schließen Sie sich Selbsthilfegruppen an, in denen der Austausch von Erfahrungen unterstützend wirken kann.
    • Lernen Sie Stressbewältigungstechniken, wie Meditation oder Atemübungen, und integrieren Sie gesunde Lebensgewohnheiten wie ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung in Ihren Alltag.
    • Bilden Sie sich fortlaufend im Bereich der psychischen Gesundheit weiter und erkennen Sie frühzeitig Warnzeichen. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre Gesundheit und gestalten Sie Ihr Leben aktiv im Einklang mit Ihren Bedürfnissen.
    • Selbsthilfe ist ein kontinuierlicher Prozess, der als Ergänzung zu professioneller Hilfe betrachtet werden sollte. Während professionelle Unterstützung bei schweren Erkrankungen unerlässlich ist, kann Selbsthilfe dazu beitragen, die psychische Gesundheit zu fördern und zu stärken.

    Tipps für Angehörige im Umgang mit Psychosen und Schizophrenie:

    • Informieren Sie sich: Bilden Sie sich über Psychosen und Schizophrenie fort. Verstehen Sie die Symptome, Behandlungsoptionen und den Verlauf der Erkrankung. Dieses Wissen ermöglicht es Ihnen, besser zu unterstützen und die Situation zu verstehen.
    • Kommunikation aufrechterhalten: Bemühen Sie sich um offene und ehrliche Kommunikation. Ermutigen Sie Ihren Angehörigen dazu, über ihre Gefühle und Erfahrungen zu sprechen. Seien Sie aufmerksam, aber vermeiden Sie es, zu drängen oder zu konfrontieren.
    • Bauen Sie Vertrauen auf: Schaffen Sie ein Vertrauensverhältnis zu Ihrem Angehörigen. Dies ist entscheidend, um Unterstützung anzubieten. Respektieren Sie ihre Privatsphäre und zeigen Sie Verständnis für ihre persönlichen Herausforderungen.
    • Unterstützen Sie die Behandlung: Ermutigen Sie Ihren Angehörigen dazu, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich an die vorgeschlagenen Behandlungspläne zu halten. Seien Sie an ihrer Seite, wenn es um Arztbesuche oder Therapiesitzungen geht.
    • Geduld bewahren: Psychosen und Schizophrenie können eine langwierige Behandlung erfordern, und Fortschritte können Zeit in Anspruch nehmen. Bewahren Sie Geduld und erkennen Sie auch kleine Fortschritte an. Setzen Sie realistische Erwartungen.
    • Schaffen Sie eine unterstützende Umgebung: Schaffen Sie eine Umgebung, die Sicherheit und Unterstützung bietet. Minimieren Sie Stressfaktoren und fördern Sie eine gesunde Lebensweise. Eine stabile Umgebung kann sich positiv auf den Verlauf der Erkrankung auswirken.
    • Suchen Sie selbst Unterstützung: Der Umgang mit psychischen Erkrankungen kann für Angehörige belastend sein. Suchen Sie selbst Unterstützung durch Selbsthilfegruppen, Therapie oder Ressourcen für Angehörige psychisch Erkrankter.
    • Setzen Sie Grenzen, aber seien Sie einfühlsam: Setzen Sie klare Grenzen, wenn es um problematisches Verhalten geht, aber seien Sie dabei einfühlsam und verständnisvoll. Eine respektvolle Kommunikation ist entscheidend.
    • Fördern Sie soziale Interaktion: Ermutigen Sie Ihren Angehörigen dazu, soziale Kontakte zu pflegen. Soziale Unterstützung kann einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung haben.
    • Erkennen Sie die individuellen Bedürfnisse an: Jeder Mensch ist einzigartig, und die Bedürfnisse können variieren. Hören Sie auf die Wünsche und Bedenken Ihres Angehörigen und passen Sie Ihre Unterstützung entsprechend an.

    Der Umgang mit Psychosen und Schizophrenie erfordert Sensibilität, Verständnis und Unterstützung. Durch eine unterstützende und informierte Herangehensweise können Angehörige dazu beitragen, das Leben ihrer Liebsten positiv zu beeinflussen.

    Was tun bei Anzeichen von Eigengefährdung bei Angehörigen:

    • Sofortige professionelle Hilfe suchen: Nehmen Sie Anzeichen von Eigengefährdung ernst und suchen Sie umgehend professionelle Hilfe. Kontaktieren Sie den behandelnden Arzt, Psychiater oder die örtliche Notrufnummer.
    • Behalten Sie Ruhe: Bleiben Sie ruhig und versuchen Sie, Ihr Angehöriger zu beruhigen. Vermeiden Sie es, ihn zu konfrontieren oder zu drängen.
    • Sicherheitsplan entwickeln: In Zusammenarbeit mit professionellen Helfern kann ein Sicherheitsplan entwickelt werden, um das Risiko von Selbstverletzungen zu minimieren. Dies kann beinhalten, wichtige Unterstützungspersonen zu kontaktieren oder einen Notfallkontakt festzulegen.
    • Entfernen Sie potenzielle Gefahren: Entfernen Sie alle potenziell gefährlichen Gegenstände oder Substanzen aus der Nähe. Sichern Sie das Umfeld, um das Risiko von Selbstverletzungen zu reduzieren.
    • Bleiben Sie in Kontakt: Halten Sie regelmäßigen Kontakt mit Ihrem Angehörigen und ermutigen Sie ihn, sich an professionelle Hilfe zu wenden. Unterstützen Sie ihn dabei, Termine einzuhalten, Medikamente regelmäßig zu nehmen, diese nicht ohne Rücksprache des behandelnden Arztes abzusetzen und die vereinbarte Behandlung fortzusetzen.
    • Informieren Sie das professionelle Netzwerk: Teilen Sie Ihre Beobachtungen und Bedenken den beteiligten Fachleuten mit, damit sie angemessen reagieren können.

    Eigengefährdung gibt den Anlass zur sofortigen Intervention. Bei akuter Gefahr sollte umgehend professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

    Wichtig zu betonen ist, dass  Heilpraktiker:innen möglicherweise unterstützende Maßnahmen anbieten können. 

    Die Diagnose, medikamentöse Therapie und psychotherapeutische Intervention sollten in den Händen von qualifizierten Ärzten, insbesondere Psychiatern liegen. Die Koordination zwischen Patienten, Angehörigen und einem interdisziplinären Team von Fachleuten ist entscheidend, um eine umfassende und effektive Versorgung sicherzustellen.

    Es ist von großer Bedeutung, dass Menschen mit Psychosen oder Schizophrenie frühzeitig professionelle Hilfe suchen und sich auf die Empfehlungen und Fachkompetenz von qualifizierten medizinischen Fachkräften verlassen. Jegliche ergänzende Maßnahmen, einschließlich alternativer Therapien, sollten stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

    Links:

    https://www.psychenet.de/de/psychische-gesundheit/informationen/psychosen.html

    https://www.janssenwithme.de/de-de/psychose/

    Heilpraktikerin für Psychotherapie Kerstin Ullrich

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